Lessing-Open 2026

Turnierbericht von Marius Nürenberg

Zwei Wochen nach dem Kurt Pape-Open fand direkt das nächste Turnier des NSV-Grand-Prix statt: Das Lessing-Open in Wolfenbüttel. Hier nahm ich als einziger von unserem Verein teil, um wenige Wochen vor Beginn der Ligasaison noch etwas Spielpraxis in einem enorm starken Teilnehmerfeld zu bekommen. Die A-Gruppe startete bei 1970 DWZ und ich war mit meinen 2001 klar im hintersten Drittel gesetzt. Daher war es unwahrscheinlich, dass ich in diesem Turnier Punkte für meine Titelverteidigung in der Grand-Prix-Gesamtwertung sammeln kann.

Runde 1 startete vielversprechend. Mein Gegner mit immerhin 2203 stellte in der Eröffnung einen Bauern ein. Der „Richter-Rauser-Sizilianer“ ist heutzutage eher eine seltene Eröffnung, weil Computer andere Sizilianisch-Varianten bevorzugen.

Danach folgte meine schlechteste Partie. Ich kam gegen meinen jungen Gegner mit Schwarz gar nicht gut rein und blieb chancenlos. Im 19. Zug fand er in bereits klar besserer Stellung eine schöne Taktik und meine Stellung flog auseinander.

Der Turniersaal. Bild: Marc-Kevin Zehe

In Runde 3 wollte ich unbedingt gewinnen und übernahm mich in der Eröffnung enorm. Für aktives Spiel nahm ich einen Doppelbauern und einen Bauernverlust in Kauf. Eigentlich hätte das mit einer weiteren Niederlage bestraft werden müssen, doch ich konnte den Druck auf den König meines Gegners später erneut erhöhen und schlussendlich ein Dauerschach zum Remis geben. Es hätte kurz vorher sogar die Chance auf einen taktischen Lucky-Punch zum Sieg gegeben, den ich aber nicht gefunden habe.

Mein einziger Sieg kam in Runde 4 zu Stande. Ich kam gut aus einer taktischen Variante in der Nimzo-Indischen Verteidigung und obwohl ich mehrere Chancen zu klarerem Vorteil vergab, konnte ich am Ende ein (laut Computer ausgeglichenes) Damenendspiel mit Mehrbauer gewinnen.

Die „langweiligste“ Partie folgte zum Schluss. Ich verbrauchte viel Zeit um in der Skandinavischen Eröffnung irgendwie Komplikationen zu erzeugen, aber außer leichtem Raumvorteil konnte ich nichts erreichen. Als mein Gegner dann in ausgeglichener Stellung nach 18 Zügen Remis bot, war ich doch recht froh darüber, weil sich bei mir eine baldige Zeitnot abzeichnete.

Rd.NameEloDWZLandVerein/OrtPkt.Erg.
1Korbal, Arkadiusz21022203POLSAV Torgelow-Drögeheide 903,50
2Kieselbach, Jannik20082060GERSK Lehrte von 1919 e. V.30
3Kunze, Sebastian19821993GERSF Fallersleben0,5½
4Garbuszus, Jürgen19062019GERPeiner SV11
5Nolte, Gerhard18492048GERESV Rot-Weiß Göttingen2½
Der gesamte Turnierverlauf

Endfazit: Viel Erfahrung gewonnen und eigentlich auch (bis auf Runde 2) gutes Schach gespielt, aber anders als erhofft etwas DWZ (-3) und Elo (-8) verloren.

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